Kundenmaterial sortieren: Fotos, B-Roll und Content für Agenturen
Kundenmaterial sortierst du als Agentur am besten in einer festen Struktur je Kunde: Originale nach Herkunft und Drehtag, darüber Kategorien nach Inhalt mit Verknüpfungen. So findet jedes Teammitglied Material, ohne die Ablage des Kunden zu verändern. Sortiert übernimmt die Ordnung nach Inhalt mit Gemini direkt in Google Drive.
Kundenmaterial sortieren gelingt Agenturen am besten mit einer festen Struktur je Kunde. Die Originale liegen nach Herkunft und Drehtag in Ordnern, die nach dem Upload niemand mehr verschiebt. Darüber liegt eine Ordnung nach Inhalt: Kategorien wie Team, Produkte oder Standort, in denen nur Verknüpfungen auf die Originale liegen. So weiß jeder im Team, was vom Kunden kam, und findet trotzdem in Sekunden das richtige Bild.
Das typische Chaos mit Kundenmaterial
Agenturen arbeiten mit Material, das sie oft nicht selbst erzeugt haben. Der Alltag sieht so aus:
- Der Kunde schickt einen Ordner. Darin 600 Dateien mit Namen wie
IMG_2231.HEIC, Fotos von drei Firmenfeiern, ein altes Imagevideo und Logos in fünf Versionen. - Material kommt über viele Wege. Ein Teil per Drive-Link, ein Teil per Mail, ein Teil per Messenger, bei dem Fotos neu komprimiert wurden und ihre Metadaten verloren haben.
- Eigene Drehtage kommen dazu. Kameradateien, Handy-Clips vom Team, Ton.
- Mehrere Menschen greifen zu. Social-Media-Manager, Cutter, Grafiker und Freelancer brauchen dasselbe Material, jeder sucht anders.
- Wechsel im Team. Wer neu auf einen Kunden kommt, muss erst herausfinden, wo was liegt.
Das Ergebnis: Es wird nachgefragt, gesucht und im Zweifel neu gedreht, obwohl das Bild längst existiert.
Struktur zum Kundenmaterial sortieren in Google Drive
Eine Struktur, die für die meisten Agenturen funktioniert, trennt drei Bereiche je Kunde:
| Ordner | Inhalt | Regel |
|---|---|---|
Kunde Name/01 Vom Kunden |
alles, was der Kunde liefert, mit Datum | nie umbenennen oder umsortieren |
Kunde Name/02 Drehtage |
eigenes Rohmaterial, je Drehtag ein Ordner | nach dem Upload fest |
Kunde Name/03 Brand |
Logos, Schriften, Farben, Vorlagen | nur aktuelle Versionen |
Kunde Name/04 Fertig |
freigegebene Posts, Videos, Anzeigen | mit Datum und Kanal |
Die Ordnung nach Inhalt kommt nicht als fünfter Ordner mit Kopien, sondern über Google Drive Verknüpfungen. Damit liegt ein Foto vom Geschäftsführer in der Werkstatt gleichzeitig unter „Geschäftsführung“ und unter „Werkstatt“, ohne doppelt Speicher zu belegen. Wer die Struktur ausführlicher plant, findet Vorlagen im Ratgeber Google Drive Ordnerstruktur.
Kundenmaterial sortieren mit Sortiert: der Ablauf
Verknüpfungen von Hand anzulegen, ist bei hunderten Dateien je Kunde kaum zu schaffen. Sortiert übernimmt diesen Schritt in eurem Google Drive:
- Verbinden: Öffne Sortiert, melde dich mit dem Google-Konto an, in dessen Drive das Material liegt, und hinterlege einen eigenen Gemini-Schlüssel aus Google AI Studio. Google rechnet direkt ab, rund 70 Cent je 1.000 Dateien. Vor jedem Lauf zeigt Sortiert die geschätzten Kosten, was hilft, wenn ihr Kosten je Kunde im Blick behalten wollt.
- Ordner eines Kunden wählen: etwa
01 Vom Kundenund02 Drehtage. Unterordner werden mitgenommen. - Erkennen lassen: Gemini von Google erkennt, was auf jedem Foto und Video zu sehen ist, bei Videos über das Vorschaubild von Google Drive. Es schreibt eine kurze Beschreibung, Stichworte und schlägt eine Kategorie mit Sicherheit in Prozent vor.
- Kategorien anpassen: Gemini schlägt Kategorien vor, ihr könnt eigene anlegen, die zum Kunden passen, etwa „Filiale Nord“ oder „Produktion“.
- Sortieren: Im Drive entsteht der Ordner „Sortiert“, darin je Kategorie ein Unterordner mit Verknüpfungen. Die Originale bleiben unverändert in ihren Ordnern. Umsortieren geht mit einem Klick.
- Suchen: Über Beschreibung und Stichworte findet jedes Teammitglied „Team vor Firmenwagen“ oder „Produkt auf Holztisch“.
- Laufend nachziehen: Nach jeder neuen Lieferung des Kunden oder jedem Drehtag sortiert Sortiert beim nächsten Lauf nur das Neue.
Mit Sortiert Pro kommen Funktionen dazu, die für Agenturen besonders nützlich sind:
- Ordner samt Originalen mit dem Team teilen (Leserecht), damit Verknüpfungen für Freelancer und Kollegen funktionieren.
- Shot-Liste als CSV für die Übergabe an den Schnitt, siehe Shot-Liste.
- Top-Material: Gemini bewertet die Eignung für Social Media von 1 bis 5. Praktisch, wenn ihr aus einem großen Kundenordner schnell die stärksten Bilder für Posts braucht.
- Doppelte Dateien finden über die Prüfsumme, wenn der Kunde dasselbe mehrfach geschickt hat.
- Drehtage und Ort: Gruppierung nach Aufnahmetag und Ordner nach Ort aus GPS-Daten, etwa bei Kunden mit mehreren Standorten.
Die Grenzen solltet ihr kennen: Sortiert funktioniert mit Google Drive, nicht mit Dropbox, iCloud oder Festplatten. Material, das ihr per WeTransfer bekommt, muss also erst in Drive. Je Ansicht zeigt Sortiert bis zu 5.000 Dateien, bei großen Kunden lohnt es sich daher, nach Bereichen zu arbeiten. Ganz frische Videos haben manchmal noch kein Vorschaubild. Die Daten, also Kategorien, Vorschläge und der verschlüsselte Gemini-Schlüssel, liegen im versteckten App-Ordner im eigenen Drive, nicht in einer Datenbank bei Sortiert.
Kategorien für Agenturen
Die passenden Kategorien hängen von der Branche des Kunden ab. Diese Liste ist ein Startpunkt, den ihr je Kunde kürzt oder ergänzt:
| Kategorie | Beispiele |
|---|---|
| Team und Personen | Porträts, Gruppenbilder, Mitarbeitende bei der Arbeit |
| Geschäftsführung | Gesicht der Marke, Interviews, Talking Head |
| Standort | Gebäude, Empfang, Büro, Filialen |
| Produktion und Arbeit | Hände, Maschinen, Werkzeuge, Abläufe |
| Produkte | Freisteller, Details, Produkt in Nutzung |
| Kunden und Termine | Beratung, Übergabe, Workshop |
| Events | Messe, Feier, Bühne |
| B-Roll Stimmung | Außenansicht, Wetter, Umgebung |
| Brand | Logos, Grafiken, Screenshots |
Eine Regel hilft, die Kategorien sauber zu halten: Kategorien beschreiben, was zu sehen ist, nie wann oder von wem es kam. Herkunft und Datum stecken schon in der Ablage.
Übergabe an Cutter und Freelancer
Viele Agenturen arbeiten mit freien Cuttern. Damit die nicht suchen müssen, teilt ihr pro Projekt einen Ordner mit A-Roll, Ton, den passenden Kategorien und einer Shot-Liste. Wichtig: Wer die Originale nicht sehen darf, kann eine Verknüpfung nicht öffnen. Die ganze Übergabe beschreibt der Ratgeber Videomaterial an den Cutter übergeben.
Tipps für den Agenturalltag
- Ein Upload-Weg je Kunde: ein geteilter Ordner, in den der Kunde hochlädt. Kein Material über Messenger.
- Nicht im Kundenordner aufräumen: Was der Kunde geliefert hat, bleibt, wie es kam. Ordnung entsteht über Verknüpfungen.
- Doppelte Dateien früh entfernen, siehe Doppelte Fotos in Google Drive finden.
- Bibliothek als Leistung sehen: Eine gepflegte Content-Bibliothek je Kunde macht die Content-Planung schneller und zeigt, welche Motive noch fehlen.
Wie KI beim Ordnen von Drive allgemein hilft, steht im Ratgeber Google Drive mit KI organisieren.
Fazit
Kundenmaterial sortieren gelingt Agenturen am besten, wenn Ablage und Ordnung nach Inhalt getrennt sind: Originale bleiben, wie der Kunde sie geliefert hat, Kategorien mit Verknüpfungen machen sie nutzbar. Mit einem festen Upload-Weg und einem Lauf nach jeder Lieferung bleibt das auch bei vielen Kunden übersichtlich.
Häufige Fragen
Wie sollten Agenturen Kundenmaterial sortieren?
Lege je Kunde einen festen Bereich an, in dem Originale nach Herkunft und Drehtag liegen und nicht mehr verschoben werden. Darüber kommt eine Ordnung nach Inhalt, also Kategorien wie Team, Produkte oder Standort, die nur Verknüpfungen enthalten. So bleibt nachvollziehbar, was vom Kunden kam, und das Team findet trotzdem alles nach Inhalt.
Wie bekomme ich Material vom Kunden in Originalqualität?
Bitte den Kunden, Dateien in einen geteilten Drive-Ordner hochzuladen, statt sie per Messenger zu schicken. Messenger komprimieren Bilder und Videos oft neu, und dabei gehen Qualität und Metadaten wie Aufnahmezeit oder Ort häufig verloren.
Wie teile ich sortiertes Material mit Freelancern?
Verknüpfungen geben keine Rechte am Original. Der Freelancer braucht also Zugriff auf die Kategorieordner und auf die Originale. Mit Sortiert Pro teilst du Ordner samt Originalen per Klick mit Leserecht.
Lohnt sich eine Content-Bibliothek je Kunde?
Ja, sobald ein Kunde regelmäßig Content bekommt. Mit einer Bibliothek nutzt ihr vorhandenes Material für neue Posts, statt jedes Mal neu zu drehen, und neue Teammitglieder finden sich schneller zurecht.