Footage sortieren für Cutter: B-Roll und Kundenmaterial ordnen
Footage sortierst du als Cutter am besten vor dem Schnitt in zwei Ebenen: Die Originale des Kunden bleiben unverändert, darüber legst du eine Ordnung nach Inhalt mit A-Roll, B-Roll und Themen. So musst du im Schnittprogramm nicht jeden Clip öffnen. Sortiert erledigt die Sichtung nach Inhalt mit Gemini direkt in Google Drive.
Footage sortieren solltest du als Cutter, bevor der Schnitt beginnt, und zwar in zwei Ebenen. Die Originale bleiben genau so, wie der Kunde sie geliefert hat. Darüber legst du eine Ordnung nach Inhalt: A-Roll getrennt von B-Roll, die B-Roll nach Themen wie Personen, Orte oder Produkte. So weißt du beim Import ins Schnittprogramm, was du hast, und musst nicht jeden Clip öffnen.
Das Chaos, mit dem Cutter arbeiten
Cutter bekommen selten sauberes Material. Typisch ist dieser Moment: Der Kunde schickt einen Drive-Link mit dem Satz „Alles drin“. Im Ordner liegen:
- Kameradateien von zwei Drehtagen, alle in einem Ordner, mit Namen wie
C0001.MP4bisC0350.MP4. - Handy-Clips, teils hochkant, teils quer, einige doppelt.
- Ein Unterordner „Neu“ und einer „Neu 2“.
- Ton von einem externen Mikrofon, ohne erkennbare Zuordnung zu den Takes.
- Fotos und Logos dazwischen.
- Kein Skript, oder das Skript liegt woanders.
Bevor der eigentliche Schnitt beginnt, steht also die Sichtung: Was ist A-Roll, welcher Take ist der richtige, welche B-Roll gibt es? Diese Arbeit ist selten eingeplant und wird oft nicht extra bezahlt. Sie entscheidet aber, wie schnell der Schnitt danach geht.
Footage sortieren, bevor der Schnitt beginnt
Ein Ablauf, der sich für die Sichtung bewährt:
- Nichts umbenennen oder verschieben. Der Ordner des Kunden bleibt, wie er ist. So kann der Kunde später nachvollziehen, welche Datei gemeint ist, und neue Lieferungen landen am erwarteten Platz.
- Lokale Kopie für den Schnitt. Für flüssiges Arbeiten im Schnittprogramm brauchst du die Dateien lokal. Mit Google Drive für den Desktop kannst du Ordner offline verfügbar machen, alternativ lädst du sie herunter.
- A-Roll identifizieren. Die Takes des Talking Head oder des Interviews gehören zusammen, je Skript ein Bereich.
- B-Roll nach Inhalt ordnen. Personen, Orte, Produkte, Details, Stimmung.
- Shot-Liste anlegen. Eine Tabelle mit Dateiname, Beschreibung, Kategorie und Hinweis wie „guter Take“. Mehr dazu unter Shot-Liste.
- Lücken melden. Fehlt B-Roll für einen Abschnitt im Skript, sagst du es dem Kunden jetzt, nicht beim ersten Feedback.
Schritt 4 kostet die meiste Zeit. Genau hier helfen Kategorien mit Google Drive Verknüpfungen: Ein Clip erscheint in mehreren Kategorien, ohne dass am Ordner des Kunden etwas geändert wird.
Footage sortieren mit Google Drive und Sortiert
Sortiert übernimmt die Ordnung nach Inhalt in Google Drive. Für Cutter gibt es zwei typische Wege:
Weg 1: Der Kunde nutzt Sortiert. Er sortiert sein Material selbst und teilt mit Sortiert Pro die Kategorieordner samt Originalen per Klick mit dir, mit Leserecht. Du bekommst Ordner wie „Team“, „Werkstatt“ oder „Produkt“ und kannst die Verknüpfungen direkt öffnen. Dazu kann er eine Shot-Liste als CSV exportieren.
Weg 2: Du sortierst selbst. Das Material liegt in deinem eigenen Google Drive, etwa weil du es dorthin hochgeladen hast. Dann läuft es so:
- Öffne Sortiert, melde dich mit deinem Google-Konto an und hinterlege einen eigenen Gemini-Schlüssel aus Google AI Studio. Google rechnet direkt ab, rund 70 Cent je 1.000 Dateien, und Sortiert zeigt vor jedem Lauf die geschätzten Kosten. Bei einem Projekt mit ein paar hundert Clips ist das ein kleiner Betrag, den du bei Bedarf in dein Angebot einrechnen kannst.
- Wähle den Projektordner, Unterordner werden mitgenommen.
- Gemini von Google erkennt, was auf jedem Foto und Video zu sehen ist. Bei Videos nutzt es das Vorschaubild, das Google Drive erstellt. Es schreibt eine kurze Beschreibung, vergibt Stichworte und schlägt eine Kategorie mit Sicherheit in Prozent vor.
- Lege eigene Kategorien an, die zu deinem Schnitt passen, oder übernimm die Vorschläge von Gemini.
- Beim Sortieren entsteht der Ordner „Sortiert“ mit einem Unterordner je Kategorie, darin Verknüpfungen auf die Originale. Nichts wird verschoben, kopiert oder verändert.
- Über Beschreibung und Stichworte suchst du nach „Hände Werkzeug“ oder „Außenansicht Gebäude“.
- Liefert der Kunde nach, sortiert Sortiert beim nächsten Lauf nur das Neue.
Mit Sortiert Pro bekommst du zusätzlich die Shot-Liste als CSV, Drehtage nach Aufnahmetag, doppelte Dateien über die Prüfsumme und Top-Material, bei dem Gemini die Eignung für Social Media von 1 bis 5 bewertet.
Zu den Grenzen: Sortiert arbeitet nur mit Google Drive, nicht mit Festplatten, Dropbox oder iCloud. Die Erkennung bei Videos läuft über ein Vorschaubild. Bei langen Clips mit wechselndem Inhalt beschreibt Gemini also nur diesen Moment, und was gesagt wird, erkennt Sortiert nicht. Welcher Take der beste ist, bleibt deine Entscheidung. Ganz frisch hochgeladene Videos haben teils noch kein Vorschaubild. Je Ansicht zeigt Sortiert bis zu 5.000 Dateien.
Kategorien zum Footage sortieren
Diese Kategorien passen auf die meisten Projekte und lassen sich je Kunde anpassen:
| Kategorie | Was hineingehört |
|---|---|
| A-Roll | Talking Head, Interview, Moderation |
| B-Roll Personen | Team, Kunden, Gesichter, Gruppen |
| B-Roll Orte | Gebäude, Räume, Außenansichten, Stadt |
| B-Roll Arbeit | Hände, Werkzeuge, Bildschirm, Abläufe |
| B-Roll Produkte | Details, Verpackung, Nutzung |
| B-Roll Stimmung | Licht, Wetter, Natur, Übergänge |
| Drohne | Luftaufnahmen |
| Hochkant | Handy-Material im Format 9:16 |
| Fotos | Standbilder für Einblendungen |
| Grafik und Brand | Logos, Bauchbinden-Vorlagen, Screenshots |
Für den Schnitt nützlich ist eine eigene Kategorie „Hochkant“, wenn du aus demselben Material Reels und Querformat schneidest. Mehr zur Ordnung von Zusatzmaterial steht im Ratgeber B-Roll organisieren.
Was du deinen Kunden mitgeben kannst
Viel Sichtung lässt sich vermeiden, wenn das Material besser ankommt. Eine kurze Anleitung für Kunden spart dir bei jedem Projekt Zeit:
- Originale in einen geteilten Drive-Ordner hochladen, nicht per Messenger schicken.
- A-Roll, B-Roll und Ton in getrennte Unterordner legen.
- Je Drehtag einen Ordner mit Datum.
- Skript und Liste der guten Takes dazulegen.
- Wenn Verknüpfungen geteilt werden, auch die Originale freigeben.
Die ausführliche Version steht im Ratgeber Videomaterial an den Cutter übergeben. Wer für Agenturen oder YouTuber schneidet, kann den Link einfach weitergeben. Für die Ablage allgemein hilft die Google Drive Ordnerstruktur.
Fazit
Footage sortieren ist der unsichtbare Teil des Schnitts, der über das Tempo entscheidet. Wer die Originale des Kunden unverändert lässt, A-Roll von B-Roll trennt und die B-Roll nach Inhalt ordnet, startet jeden Schnitt mit Überblick. Eine Shot-Liste und klare Vorgaben für die Lieferung machen das bei jedem neuen Projekt einfacher.
Häufige Fragen
Wie sollte ich Footage sortieren, bevor der Schnitt beginnt?
Lass die Originale so, wie sie geliefert wurden, und trenne zuerst A-Roll von B-Roll. Danach ordnest du die B-Roll nach Inhalt, etwa nach Personen, Orten und Details. Eine Shot-Liste mit Dateiname, Beschreibung und Kategorie hilft, im Schnittprogramm schnell den richtigen Clip zu finden.
Was sollte ein Kunde dem Cutter schicken?
Originaldateien in einem geteilten Ordner, getrennt nach A-Roll, B-Roll und Ton, dazu das Skript und, wenn vorhanden, eine Liste der guten Takes. Material per Messenger ist oft neu komprimiert und für den Schnitt weniger geeignet. Eine ausführliche Checkliste steht im Ratgeber zur Übergabe.
Warum kann ich Verknüpfungen in einem geteilten Ordner nicht öffnen?
Eine Verknüpfung in Google Drive gibt keine Rechte am Original. Wenn der Kunde dir nur den Ordner mit Verknüpfungen geteilt hat, brauchst du zusätzlich Zugriff auf die Originaldateien. Über die Verknüpfung kannst du den Zugriff anfragen, mit Sortiert Pro teilt der Kunde Ordner samt Originalen per Klick.
Ersetzt Sortiert die Ordnung im Schnittprogramm?
Nein. Schnittprogramme wie Premiere Pro, DaVinci Resolve oder Final Cut Pro haben eigene Ordnungen wie Bins oder Schlagwörter. Sortiert ordnet das Material vorher in Google Drive nach Inhalt, damit du weißt, was du importieren willst.