Rohmaterial: Was es ist und wie du es sortierst

Kurz gesagt

Rohmaterial ist das ungeschnittene Material direkt aus Kamera, Handy oder Mikrofon, bevor es bearbeitet wird. Dazu gehören alle Takes, Versprecher und Zusatzaufnahmen. Sinnvoll sortiert wird es nach Herkunft, Projekt und Inhalt, ohne die Originale zu verändern.

Aktualisiert am 04. November 2026 · English version

Rohmaterial ist das ungeschnittene Material direkt aus Kamera, Handy oder Recorder, bevor jemand es bearbeitet. Im Englischen heißt es Raw Footage. Dazu gehört alles, was an einem Drehtag entsteht: jeder Take, jede Wiederholung, die B-Roll, Tonaufnahmen und auch die Clips, die nie im fertigen Video landen.

Was zum Rohmaterial gehört

Rohmaterial ist mehr als die Videodateien der Hauptkamera. Ein typisches Projekt besteht aus:

  • A-Roll: die Hauptaufnahmen, etwa der Talking Head oder ein Interview, siehe A-Roll.
  • B-Roll: Detailaufnahmen, Orte, Produkte, Stimmung.
  • Handy-Clips: spontane Aufnahmen, die oft per App oder Messenger eintreffen.
  • Ton: Dateien vom externen Mikrofon oder Recorder.
  • Fotos: Standbilder vom Set, Produktfotos, Behind the Scenes.
  • Material vom Kunden: Logos, alte Videos, Fotos aus deren Archiv.

Jede Quelle hat eigene Dateinamen und eigene Metadaten. Kameras zählen hoch (C0001.MP4), Handys nutzen eigene Muster (IMG_4821.MOV), und weitergeleitete Dateien haben oft gar keinen sprechenden Namen mehr.

Rohmaterial sichern, bevor du sortierst

Bevor du Rohmaterial sortierst, sicherst du es. Die Reihenfolge ist wichtig, denn Sortieren auf der Speicherkarte endet oft mit verlorenen Clips.

  1. Karte oder Handy komplett auf einen Speicher kopieren, ohne Dateien umzubenennen.
  2. Zweite Kopie anlegen, etwa in Google Drive.
  3. Erst danach die Karte formatieren.

Messenger-Apps komprimieren Bilder und Videos beim Senden häufig neu, und dabei können Informationen wie Aufnahmezeit oder Ort verloren gehen. Wenn ein Kunde Material schickt, lohnt sich die Bitte um einen Drive-Ordner oder einen Upload der Originaldateien.

Rohmaterial sortieren: Herkunft und Inhalt trennen

Die meisten Probleme entstehen, weil eine einzige Ordnerstruktur zwei Fragen gleichzeitig beantworten soll: Woher kommt die Datei, und was ist darauf zu sehen?

Frage Beispiel Wie ordnen
Woher? Kunde X, Drehtag 12.10., Kamera A echte Ordner mit Originalen
Was? Team, Werkstatt, Produkt, Natur Kategorien mit Verknüpfungen

Die Originale bleiben in Ordnern nach Projekt und Tag. Für die Suche nach Inhalt legst du Kategorien an, in denen nur Google Drive Verknüpfungen liegen. So kann ein Clip gleichzeitig unter „Team“ und unter „Büro“ liegen, ohne doppelt Speicher zu belegen. Mehr dazu im Ratgeber Videos sortieren und in der Anleitung zur Google Drive Ordnerstruktur.

Für Fotos lohnt sich zusätzlich ein Blick auf die EXIF-Daten. Sie enthalten oft Aufnahmedatum und Ort, was beim Sortieren nach Datum oder Ort hilft.

Wie Sortiert Rohmaterial in Google Drive ordnet

Sortiert verbindet sich mit deinem Google Drive. Du wählst die Ordner mit deinem Rohmaterial, Unterordner werden mitgenommen. Gemini von Google erkennt, was auf jedem Foto und Video zu sehen ist, bei Videos über das Vorschaubild von Google Drive. Es schreibt eine Beschreibung, vergibt Stichworte und schlägt eine Kategorie vor.

Beim Sortieren entsteht der Ordner „Sortiert“ mit einem Unterordner je Kategorie, darin Verknüpfungen auf die Originale. Nichts wird verschoben, kopiert oder verändert. Beim nächsten Lauf wird nur neues Material sortiert. Mit Sortiert Pro findest du außerdem doppelte Dateien über die Prüfsumme und kannst Material nach Drehtagen gruppieren. Sortiert funktioniert nur mit Google Drive, nicht mit Festplatten oder Dropbox. Sortiert ausprobieren.

Fazit

Rohmaterial ist der Rohstoff jedes Videos und oft auch die Quelle für spätere Clips. Wer es zuerst sichert, dann nach Herkunft ablegt und erst danach nach Inhalt sortiert, verliert nichts und findet trotzdem jede Szene. Wie die Übergabe an den Schnitt klappt, liest du unter Videomaterial an den Cutter übergeben.

Häufige Fragen

Was ist Rohmaterial beim Video?

Rohmaterial sind alle unbearbeiteten Aufnahmen eines Projekts, so wie sie aus Kamera, Handy oder Recorder kommen. Es umfasst gute und schlechte Takes, B-Roll und Ton. Erst im Schnitt wird daraus ein fertiges Video.

Sollte man Rohmaterial nach dem Schnitt löschen?

Das hängt vom Projekt ab. Viele Creator und Agenturen behalten Rohmaterial, weil daraus später Shorts, Reels oder neue Schnitte entstehen. Wer löscht, sollte vorher prüfen, ob der Kunde oder ein Vertrag eine Aufbewahrung verlangt.

Wie sortiere ich Rohmaterial am besten?

Erst nach Projekt und Drehtag ablegen, dann nach Inhalt sortieren. Die Originale sollten dabei unverändert bleiben, die inhaltliche Ordnung läuft am besten über Verknüpfungen oder Kategorien. So bleibt die Herkunft nachvollziehbar und du findest trotzdem schnell die richtige Szene.

Was ist der Unterschied zwischen Rohmaterial und Footage?

Footage ist das englische Wort für gedrehtes Videomaterial. Raw Footage entspricht dem deutschen Rohmaterial, also den ungeschnittenen Aufnahmen. Im Alltag werden beide Begriffe oft gleich verwendet.

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