Shot-Liste: Was sie ist und wie du sie aufbaust
Eine Shot-Liste ist eine Liste aller Einstellungen eines Videos. Vor dem Dreh dient sie als Plan, was gefilmt werden muss, nach dem Dreh als Übersicht, welches Material vorhanden ist. Für Cutter ist die zweite Form besonders hilfreich, weil sie zeigt, wo welcher Clip liegt.
Eine Shot-Liste ist eine Liste aller Einstellungen eines Videos, meist als Tabelle mit einer Zeile je Shot. Sie gibt es in zwei Formen: vor dem Dreh als Plan, was gefilmt werden muss, und nach dem Dreh als Übersicht, welches Material vorhanden ist und wo es liegt. Beide sparen am Drehtag und im Schnitt viel Zeit.
Die Shot-Liste vor dem Dreh
Vor dem Dreh ist die Shot-Liste eine Checkliste. Sie sorgt dafür, dass am Ende kein Bild fehlt, das im Skript steht. Gerade bei Social-Media-Drehs, an denen mehrere Reels an einem Tag entstehen, verliert man ohne Liste schnell den Überblick.
Ein Beispiel für ein Reel über ein Café:
| Nr. | Szene | Einstellung | Beschreibung | Erledigt |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Intro | Halbtotale | Inhaberin spricht in die Kamera | ja |
| 2 | Intro | Detail | Hände gießen Milch in Espresso | ja |
| 3 | Mitte | Totale | Gastraum von der Tür aus | nein |
| 4 | Mitte | Detail | Kuchen in der Vitrine | ja |
| 5 | Ende | Halbnah | Gast nimmt Tasse entgegen | ja |
Zeile 1 ist A-Roll, also der Talking Head. Die übrigen Zeilen sind B-Roll. Fehlt am Ende eine Zeile, weißt du noch vor Ort, was nachzudrehen ist.
Die Shot-Liste nach dem Dreh
Nach dem Dreh dreht sich die Frage um: Was haben wir tatsächlich? Für den Cutter ist diese Form oft wertvoller, weil er nicht durch hunderte Clips mit Namen wie C0034.MP4 scrollen muss. Diese Sichtung nennt man im Englischen oft Logging.
Sinnvolle Spalten:
- Dateiname und Ordner, damit der Clip auffindbar ist.
- Beschreibung, was zu sehen ist.
- Kategorie, etwa Team, Produkt, Ort.
- Aufnahmetag oder Drehtag.
- Hinweis, etwa „bester Take“ oder „wackelt am Anfang“.
Diese Liste ist das Herzstück einer guten Übergabe. Wie die gesamte Übergabe aussieht, steht im Ratgeber Videomaterial an den Cutter übergeben.
Shot-Liste und Ordnerstruktur zusammen denken
Eine Shot-Liste ersetzt keine Ordnung in den Dateien, sie ergänzt sie. Wenn die Liste auf Dateien zeigt, die irgendwo verstreut liegen, hilft sie wenig. Bewährt hat sich:
- Originale nach Projekt und Drehtag in feste Ordner, siehe Google Drive Ordnerstruktur.
- Kategorien nach Inhalt über Google Drive Verknüpfungen, damit ein Clip in mehreren Kategorien auftauchen kann.
- Die Shot-Liste als Tabelle, die beides zusammenführt: welcher Clip, wo, was ist drauf.
So kann der Cutter in der Liste suchen und den Clip direkt öffnen, statt im Rohmaterial zu suchen.
Wie Sortiert eine Shot-Liste erstellt
Eine Shot-Liste nach dem Dreh von Hand zu schreiben, heißt jeden Clip anzusehen. Sortiert nimmt dir den ersten Teil ab. Gemini von Google erkennt, was auf jedem Foto und Video in deinem Google Drive zu sehen ist (bei Videos über das Vorschaubild von Drive), schreibt eine Beschreibung und Stichworte und schlägt eine Kategorie vor. Die Dateien landen als Verknüpfungen in Kategorieordnern, die Originale bleiben unverändert.
Mit Sortiert Pro exportierst du daraus eine Shot-Liste als CSV, die du in Google Sheets oder Excel öffnen kannst. Dazu kommen die Gruppierung nach Drehtagen und das Teilen der Ordner samt Originalen mit dem Team. Welcher Take der beste ist, kann Gemini nicht für dich entscheiden, das bleibt deine Spalte. Sortiert ausprobieren.
Fazit
Die Shot-Liste ist vor dem Dreh ein Plan und danach eine Landkarte für den Schnitt. Wer beide Formen nutzt, vergisst am Set keine Einstellung und lässt den Cutter nicht suchen. Mehr zum Alltag im Schnitt steht auf der Seite für Cutter und für Agenturen.
Häufige Fragen
Was ist eine Shot-Liste?
Eine Shot-Liste ist eine Tabelle mit allen Einstellungen, die für ein Video gedreht werden sollen oder gedreht wurden. Sie enthält je Zeile eine Einstellung mit Beschreibung, Art der Aufnahme und oft Ort oder Szene. Sie hilft beim Planen und beim Schnitt.
Was gehört in eine Shot-Liste?
Mindestens eine Nummer, eine kurze Beschreibung, die Art der Einstellung und die Szene oder das Skript, zu dem der Shot gehört. Nach dem Dreh kommen Dateiname, Speicherort und ein Hinweis auf gute Takes dazu. Mehr Spalten lohnen sich nur, wenn sie wirklich genutzt werden.
Was ist der Unterschied zwischen Shot-Liste und Storyboard?
Ein Storyboard zeigt die geplanten Einstellungen als Zeichnungen oder Bilder in der Reihenfolge des Videos. Eine Shot-Liste ist eine Tabelle mit den gleichen Einstellungen in Textform. Für kleine Social-Media-Drehs reicht meist die Shot-Liste.
Kann ich eine Shot-Liste aus vorhandenem Material erstellen?
Ja, das nennt man oft Logging oder Sichtung. Von Hand heißt das, jeden Clip anzusehen und eine Zeile zu schreiben. Mit Sortiert Pro kannst du aus deinem sortierten Material in Google Drive eine Shot-Liste als CSV exportieren.